Q&As: Die Fütterung von Sportpferden

Hallo Ihr Lieben,

ein Thema, das mich täglich bestimmt am meisten beschäftigt, ist die Fütterung meiner Pferde. Denn sie beeinflusst maßgeblich ihre Leistungsfähigkeit, Gesundheit und auch ihr Wohlbefinden und ist deshalb eine der wichtigsten Aspekte, wenn es um die Haltung und Pflege von Sportpferden geht. Mit meinem Partner DERBY Spezialfutter habe ich zum Glück echte Profis an meiner Seite. Und gemeinsam mit ihnen habe ich für euch ein paar allgemeine Fragen zum Thema Fütterung zusammengestellt, die grundlegende Informationen in diesem unglaublich vielfältigen Themengebiet geben sollen:

 

Wie viel Raufutter benötigt ein Sportpferd?

Pferde benötigen zur Befriedigung des Kaubedürfnisses sowie für eine gesunde Funktion des Dickdarms mindestens 1,5 kg Heu / 100 kg Körpergewicht. Das bedeutet, dass ein Warmblutpferd mit 600 kg Körpergewicht 9 kg Heu verteilt auf möglichst drei Mahlzeiten erhalten sollte. Ziel ist es, das Pferde möglichst permanent fressen können. Das Pferd ist als Dauerfresser konzipiert und in der freien Wildbahn verbringen Pferde durchschnittlich 16 Stunden am Tag mit Fressen. Zu beachten ist, dass von Heulage in Abhängigkeit des Wassergehaltes (der bei Heulagen mit 40-15% höher ist als bei Heu (~12%)) entsprechend mehr gefüttert werden muss.
Kauen ist für die Psyche der Pferde extrem wichtig. Hinzu kommt, dass beim Kauen viel Speichel gebildet wird, der Säure puffernde Substanzen enthält. Zu wenig Raufutter ist daher häufig mitursächlich für die Entstehung von Magengeschwüren.

 

Wie viel Kraftfutter ist optimal?

Kraftfutter ist hinsichtlich der Nährstoffe konzentriertes Futter, welches über die Krippe verfüttert wird und daher auch als Krippenfutter bezeichnet wird. Es umfasst Getreide, Pellets und Müslis. Kraftfutter soll den Bedarf decken, der nach Raufutteraufnahme noch ungedeckt bleibt. Da das Pferd als Steppentier kein Konzentratfresser ist, sollte Kraftfutter so ausgestattet sein, das davon möglichst wenig gefüttert werden muss, um den Bedarf des Pferdes zu decken. Grundsätzlich sollte Kraftfutter auf mehrere Mahlzeiten pro Tag verteilt verfüttert werden. Pro Mahlzeit sollte ein 600 kg Pferd nicht mehr als 1,5 kg Kraftfutter bekommen.

 
Wie viel Wasser sollte ein Pferd trinken?

Pferde (600 kg) trinken je nach Leistung und damit je nach Schweißverlust zwischen 30 und 60 Liter am Tag.

 

Was ist bei der Gabe von Müsli zu beachten?

Müsli hat den Vorteil, das Komponenten sichtbar sind und sich sehr spezielle Rezepturen realisieren lassen, die als Pellet aus technischen Gründen eventuell nicht produzierbar wären. Zusätzlich kann mit der Einmischung von Faser die Fresszeit / kg und damit die Kauintensität erhöht werden.

 
Was ist beim Hafer zu beachten?

Hafer ist das Getreide, dass aufgrund seiner Stärke-Beschaffenheit und damit Stärke-Verdaulichkeit am besten für die Pferdefütterung geeignet ist. Aufgrund dieser guten Verdaulichkeit ist Hafer häufig in Verruf geraten, da Pferde durch Hafer einen Energieschub bekommen und er dann „sticht“.
Zu beachten ist die hygienische Qualität, die eng mit dem Hektolitergewicht korreliert: 100 Liter Hafer sollten nicht weniger als 55 kg wiegen. Je schwerer, desto besser! Im Stall kann man das prüfen, indem 1 Liter Hafer im Litermaß gewogen wird. Der Liter Hafer sollte dann mehr als 550 g wiegen. Qualitäten ab 600 g sind als exzellent zu bezeichnen. Es gilt: Je schwerer der Hafer, desto besser die hygienische und ernährungsphysiologische Qualität des Hafers.
Hafer sollte an ausgewachsene Pferde ohne Zahnprobleme stets heile, also ungequetscht verfüttert werden.

 
Wie oft sollte man Mash füttern?

Mash kann täglich gefüttert werden. Zu beachten ist die Einhaltung der benötigten Wassermenge und -temperatur sowie die Einweichzeit. Zudem gibt es unterschiedliche Mashrezepturen mit Kräutern und anderen wertvollen Zusätzen. Inzwischen wird auch getreidefreies Mash angeboten. Die ursprüngliche Rezeptur besteht allerdings aus Leinsamen, Weizenkleie und Haferschrot. Handelt es sich um die hier beschriebene ursprüngliche Form, ist die Zugabe von Mineralfutter sinnvoll, um das inverse Calcium-Phosphor-Verhältnis der Getreidekomponenten auszugleichen.

 
Ist Luzerne gut?

Ja! Luzerne ist eine sehr hochwertige Futterpflanze, die viel und vor allem hochwertiges Protein enthält, welches unter anderem für die Versorgung der Muskulatur benötigt wird. Zusätzlich enthält Luzerne viel organisch gebundenes Kalzium, welches der Versorgung, insbesondere getreidereicher Rationen, zu Gute kommt. Nicht umsonst gilt Luzerne als die Königin der Futterpflanzen.
Vorsicht ist allerdings geboten, wenn es um den Einsatz bei Fohlen geht. Das sich noch in der Entwicklung befindende Fohlengebiss kann harte Stängel, die sich möglicherweise in der Futterpflanze befinden, nicht ausreichend zerkleinern.

So ihr Lieben, ich hoffe diese Q&As waren hilfreich für euch. Falls ihr aber noch andere konkrete Fragen habt, schreibt sie gerne in die Kommentare! Futter ist so ein wichtiges Thema und es gibt natürlich noch viel viel mehr darüber zu wissen. Deshalb freue ich mich auch über eure Tipps und Hinweise.

 

Jetzt heißt es für mich zurück in den Stall, meine Pferde füttern 

Ich wünsche euch einen tollen Tag!

 

Eure Kathleen


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